Zusatzgeschäfte – Strategisch klug?

Zusatzgeschäfte – Strategisch klug ?

Pro und Contra

Drittgeschäfte mit externen Kunden gewinnen für Gemeinschaftsgastronomen an Bedeutung.
Die Nachfrage ist groß, die Servicevielfalt riesig: von Essen auf Rädern über Partyservice und
KiTa-Essen bis zur Belieferung von Schulmensen und Flüchtlingsunterkünften.

Was spricht dafür, was dagegen?

Wird bei der Preisgestaltung zu knapp kalkuliert wird, ist dies der wichtigste Punkt, der gegen Zusatzgeschäfte spricht. Eltern von Kindergarten-Kindern oder Schülern können und wollen natürlich möglichst wenig für das Mittagessen Ihrer Lieben ausgeben. In Kindergärten kann bei den Essenspreisen i. d. R. nicht von großen Deckungsbeiträgen die Rede sein. In der Schulverpflegung ist dies nicht unbedingt anders.

Aber jeder weiß, wenn der Aufwand zu groß und die Erlöse zu gering sind, kann kein wirtschaftliches Auskommen garantiert werden.

Im Klartext: Mit den Preisen muss der Lebensmitteleinsatz und sollten die anteiligen Personal und Sachkosten plus in der Regel noch Transport und Logistik abgedeckt werden. Dies ist bei den zu erzielenden Preisen kaum machbar.

Um hier eine Entscheidung zur Preisermittlung treffen zu können, ist es unumgänglich, dass die Vollkostenrechnung der Küche betrachtet wird. Hinzu kommt, dass die Erwartungshaltung der Eltern, was die Qualität (Anteil Bio) und Frische der Speisen angeht, sehr hoch ist. Dieses führt häufig zu Unzufriedenheit und Diskussionen mit der beliefernden Küche. Probleme, die den Alltagsbetrieb lähmen.

Was die Belieferung von Altenheimen / Senioreneinrichtungen betrifft, wird oftmals nicht berücksichtigt, welch hohe Bedeutung das Essen für die Menschen hat. Als das Highlight des Tages sollte man auf die besonderen Essgewohnheiten (deutsche Küche, Eintöpfe, Süßspeisen) der älteren Menschen eingehen. Hierzu muss ein herkömmlicher Wochenspeisenplan angepasst oder komplett neu erstellt werden. Wer glaubt, solche Zusatzgeschäfte ganz nebenbei tätigen zu können, irrt. Die Ansprüche sind in allen Kategorien der Branche hoch, das eigene Image ist schnell ruiniert!

 

Standpunkte von Uwe Gathmann, Leiter Versorgungsbetriebe Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg /Fulda (Pro) und Hans-Georg Kolb, Geschäftsführer Kolb-Gruppe (Beratung-Planung), Oldenburg (Contra).

Gesamtes Interview Pro und Contra

 


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